Bemerkenswertes
  ----------------------------------------
 
Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 3 März 2009 kostete zwei jungen Menschen das Leben und eine Stadt ihr Gedächtnis. Die Ursache der Katastrophe ist weiterhin ungeklärt, die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt. Auch nach 2 Jahren sind immer noch nicht alle Archivalien geborgen, dies soll aber bis Ende Februar erfolgen. Geborgenes und vor weiterem Verfall geschütztes Archivgut wird in Archiven mit freier Magazinkapazität zwischengelagert. Neben den einigermaßen zusammenhängenden Stücken, gibt es auch 3 Millionen Fragmente, deren Konservierung, Restaurierung und Zuordnung wohl noch Jahrzehnte dauern wird. Eine Benutzung nur leicht beschädigter Archivalien wird aber erst im Neuen Stadtarchiv am Eifelwall möglich sein.

Weitere Informationen über den Fortgang der Arbeiten erhalten Sie hier:
http://www.freunde-des-historischen-archivs.de
 
 
 
 
 
 
 
 
Home  |  Kataloge  |  Autoren  |  Laufende Projekte  |  Kunstförderung  |  Kontakt                   | 
------------------------------------------------------------------------------------------
 
 
Aktuelles
------------------------------------------------------------------------------------------
 
Vorankündigung
 
Susann Kronegger-Roth
 
ALEA SIVE DE CURANDA LUDENDI IN PECUNIAM CUPIDITATE LIBRI II

ist der Titel des Werkes des weitgereisten und kenntnisreichen flandrischen Arztes Pâquier Joostens (latinisiert Pascasius Iustus), dessen Lebenszeit in die turbulente und ruhelose Epoche der Gegenreformation fiel. Als ehemaliger Leibarzt des Grafen von Bergen op Zoom ließ Iustus dem durch ein Attentat schwer verletzten Führer der niederländischen Aufstandsbewegung, Wilhelm von Oranien, eine medizinische Versorgung zuteil werden, die ihm solchen Ruhm einbrachte, dass er in den Kreis der Leibärzte des Herzogs Franz von Anjou aufgenommen wurde, als Mediziner nicht nur unter seinen Berufsgenossen sehr viel galt und noch im 18. Jahrhundert ein bekannter Name gewesen sein muss. Seinem zweibändigen Traktat über die Spielleidenschaft liegt ein einerseits heftig kritisierter, andererseits hochgelobter Vortrag zu diesem Thema zugrunde, den Iustus während eines Aufenthaltes in der Universitätsstadt Bologna gehalten hatte und den er zu dem vorliegenden Werk in zwei Bänden ausweitete. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um eines der frühesten neuzeitlichen Zeugnisse einer Suchtschilderung, die nicht nur von medizinischem und kulturhistorischem, sondern auch von rezeptionsgeschichtlichem Interesse ist und die hier als erste moderne Textedition mit Übersetzung und wissenschaftlichem Kommentar vorliegt. Als Arzt und Patient in einer Person diagnostiziert Iustus die Spielleidenschaft als seelischen und geistigen Verfall. Unter steter Bezugnahme auf die antiken Philosophen und Dichter, allen voran Aristoteles, Platon, Epikur und Cicero, von den Dichtern immer wieder Homer, Vergil, Horaz, Ovid sowie Terenz und im medizinischen Bereich auf Hippokrates und Galen, widmet er sein umfangreicheres erstes Buch der Symptomatik und Ursachenanalyse der Spielleidenschaft, sein kürzeres zweites den Heilungsmöglichkeiten. Im Grunde nicht negativ gegen das Spiel eingestellt, erkennt und erläutert Iustus den Übergang vom harmlosen Freizeitvergnügen zur selbstzerstörerischen Sucht und gibt eine bestechend genaue Analyse eines alle Gesellschaftsschichten durchdringenden Phänomens – nicht nur seiner Zeit.

------------------------------------------------------------------------------------------
 
 
 
 
 
Lesezeichen     
 
   
   
   
Susan  
Kronegger-Roth  
[mehr lesen]  
 
 
     
  Neue Ausgaben  
 
Impressum  |  AGB  |  Datenschutzerklärung  |  Stand:  Feb.2012